Gedenktag zum Nationalsozialismus – „Führerinnen im Führerstaat“

Kommentar vorab: Dieser Artikel soll auf keine Weise Taten während  des Nationalsozialismus klein reden oder auf bestimmte Tätergruppen abwälzen. Mir geht es um eine möglichst umfassende Sichtweise auf die Verbrechen der NS-Zeit, und Probleme die mit der Geschlichtsklitterung von Worten wie „Frauen tun nichts böses“ (Julia Schramm alias @laprintemps) einhergehen.

Weil heute der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist, und weil ich ausgerechnet heute feststellen musste mit welcher beinahe schon Gehirnwäsche bestimmte Menschen inzwischen auf die Verbrechen der NS-Zeit schauen gilt mein Linktipp der Jüdischen Zeitung aus Berlin.

Ich empfehle unbedingt den kompletten Artikel zu lesen. Hier nur einige Auszüge:

In den Jahren 1942 und 1943 gab es in Ravensbrück auch ein Ausbildungs- lager der Aufseherinnen. 3.500 Frauen wurden hier ausgebildet und im Gefolge der SS im Dienst, ihre Opfer zu bewachen, zu quälen und zu töten geschult. Rund zehn Prozent des gesamten Personals in den Konzentrationslagern bestand aus Frauen – bezahlt nach der Tarifordnung für Angestellte im öffentlichen Dienst.

(…)

Das Regime war auf Frauen angewiesen: Im kleinen Alltagskosmos des NS-Staates mussten Frauen ihren «Mann stehen», sie wurden gebraucht als Fürsorgerinnen, Hebammen, Pflegerinnen, Rote-Kreuz-Schwestern, als KZ-Aufseherinnen und vieles andere mehr, was das System stabilisierte. Ihre Mitwirkung ließ sie zu Mittäterinnen an Tötungs- programmen werden. Sie hätten sich aber diesem auch in den Weg stellen können – auch Frauen hatten Spielräume und Wahlmöglichkeiten.

(…)

Frauen im NS-Staat waren keineswegs nur Opfer eines patriarchalischen Systems. Sie wiesen in punkto Verantwortung, Motive, Haltungen und Handlungen beider Geschlechter mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede auf.

Was mir an diesem Punkt so wichtig ist, ist die Reaktion auf eine E-Mail die ich heute erhielt. Sinngemäß: die Massenmörder der NS-Zeit waren Männer.

Ich frage mich: wie konnte es passieren, dass das Holocaustgedenken auf so eine Art und Weise versagt hat? Männer gleich Täter, Frauen gleich Opfer. Was sagt das abgesehen darüber, was man Männern und Frauen zutraut über die Mühen des Holocaustgedenkens ansich aus? Eine kleine Randnotiz ist es nicht. Und wenn die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit modischen Zwängen unterliegt, dann könnte das Bild auf die wahren Verbrechen der NS-Zeit trüb werden.

Auch wenn es sicherlich möglich sein wird, sich die Fakten zu erarbeiten, allein die Vorstellung von Menschen, die NS-Verbrechen seien „Männersache“ gewesen reicht schon aus, um den Erfolg der Aufarbeitung in Frage zu stellen. Es ist erschreckend.

 

 

„@Doener: #Aufschrei – ich breche mit einem Tabu“

@Doener:#Aufschrei – ich breche mit einem Tabu wp.me/p2NjCS-7C

Stephan Dörner bricht mit einem Tabu, und beleuchtet das #Aufschrei-Sexismusthema von einer anderen Seite, in dem er über die andere Seite der Medaille spricht: Sexismus gegen Männer.

Seine Beispiele zeigen, dass diese Form von Sexismus sehr offen abläuft, und eigentlich sehr leicht zu beseitigen wäre, was aber nicht geschieht. In seiner Summe ist der Artikel so gut, dass ich ihn eigentlich komplett zitieren könnte.

Damit will ich ich weder sagen, dass es nicht üblen Sexismus gibt, noch dass dieser nicht bekämpft werden muss. Nur dass Herdenverhalten, das ich derzeit bei Twitter unter dem Hashtag #Aufschrei sehe, löst bei mir ein ganz mulmiges Gefühl aus – wie Herdenverhalten bei mir immer. Nicht immer, wenn die übergroße Mehrheit in eine Richtung rennt, ist das falsch. Doch eine Gruppendynamik, in der Widerspruch nicht mehr geduldet wird, weil jede vom Mainstream abweichende Meinung mit einem stigmatierenden Begriff wie “Sexist” sofort geahndet wird, ist für eine Gesellschaft, eine Demokratie und die Meinungsfreiheit Gift.

Das deckt sich mit meiner Erfahrung. Wer immer vorsichtig die Hand hebt und sagt: „Äh, Tschuldigung, davon sind Männer übrigens auch betroffen“ wird als Sexist und/oder Frauenfeind abgestraft, oft innerhalb von Minuten in Netzwerken wie Twitter.

Es drängt sich mir der Verdacht auf, dass einige (ich habe in meiner Twitter-Timeline übrigens fast ausschließlich Männer gesehen) inzwischen gerne bei jeder Gelegenheit Sexismus schreien, um das gute Gefühl zu haben, das Richtige zu tun und von allen Seiten Zuspruch zu erhalten (…) Wer Sexismus anprangert – egal wann und wo – der kann gar kein schlechter Mensch sein. Das birgt die Gefahr, dass echte Diskriminierung irgendwann im Rauschen der Empörungsmaschinerie untergeht – ähnlich dem Typen, der bei jeder Gelegenheit “Feuer” ruft, bis ihm keiner mehr glaubt, wenn wirklich das Feuer ausbricht.

Seine Beispiele gehen noch sehr viel weiter und sind recht umfangreich und alltäglich. Sorgerrechtsstreits, ungleiche Bestrafungen vor Gericht, Extremarmut die vor Allem Männer trifft, Diskriminierung bei Datingportalen, etc.

Die Diskriminierung von Männern in Gesetzen und sogar der Verfassung findet da noch nicht einmal Erwähnung.

„Das Problem mit dem Antisemitismusvorwurf“

Das Problem mit dem Antisemitismusvorwurf ist, dass er
nur bei denen wirkt, bei denen er nicht stimmt. Die
fühlen sich nämlich dadurch getroffen und verletzt,
weil für sie Antisemitismus in der Tat etwas Übles
und Verdammungswürdiges ist.

Die meisten, die den Vorwurf lauthals erheben, sind sich
darüber sehr wohl im Klaren, und sie erheben den Vorwurf,
um zu verletzen und herabzusetzen. Sie wissen sehr wohl,
dass sie lügen. Das ist ihnen egal, da sie – ganz im
Sinne Carl Schmitts – die Angegriffenen als Feinde
sehen, die es zu vernichten gilt. Da kommt es auf
eine Lüge und eine Verleumdung nicht an.

Und eines wollen solche „Antisemitismusentlarver“
unter keinen Umständen: ein Ende des Antisemitismus,
den es ausserhalb der von ihnen Verleumdeten sehr
wohl gibt, und auch keine Isolierung der wirklichen
Antisemiten. Das würde ihnen ihr Instrument aus
der Hand nehmen. Insofern sind sie auch die
willfährigen Komplizen der Antisemiten und
Rassisten, mit denen einige von ihnen, wie Broder,
Wilders etc., in Sachen Fremdenhass und „Islamkritik“
ja in engster Verbindung stehen.

a^2

Quelle.

Warum die Genderspacken und Femtrolls nur kübelweise Spott verdienen

Warum die Genderspacken und Femtrolls nur kübelweise Spott verdienen, kann man im folgenden nachlesen.

Hintergrund: Leute von der RCDS bedienen sich eines Memes von Batman und Robin. Die Folge: riesiger Skandal. 😀 1a Spitzensatire.

Das Meme inklusive Erklärung:
My Parents Are Dead / Batman Slapping Robin auf knowyourmeme.com

Die empööööööörten Reaktionen auf die RCDS und die Verwendung des Memes:
Wenn man nicht mehr weiter weiß, einfach zuschlagen von Helga Hansen aus Braunschweig.

Enno Park regt sich auf Google plus über körperliche Gewalt auf, und blockiert mich für den Kommentar, dass man die zwei süßen doch mit ihrem BDSM in intimer Runde allein lassen sollte. 🙂

Und schließlich die Auflösung: In die Provokationsfalle getappt

Das ist eben das Problem mit Berufsempörten. 😀

P.S.: Anders als Helga Hansen und Enno Park sperre ich hier konstruktive Kommentare nicht aus. 🙂

Humane Amtskirchen in Deutschland? Das geht nicht!

Wer noch irgend einen Zweifel an den christlichen Amtskirchen in Deutschland hatte: in Berlin muss jetzt ein Obdachlosenasyl dicht machen. Grund ist, dass der kirchliche Vermieter ein Problem damit hat, dass der Betreiber eine humanistische Organisation ist.

Auch wenn man auf Mieteinnahmen angewiesen sei, so könne die Kirche nicht einfach jedem ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Auch die Einrichtung eines Bordells oder einer Waffenfabrik, eine Vermietung an Links- oder Rechtsradikale schließe die kirchliche Grundordnung aus.

Bei der Ideologie hört die christliche Nächstenliebe halt auf. Da fällt dann auch der Vergleich von Humanisten und Nazis leicht.

Mehr als 40% der Opfer häuslicher Gewalt sind Männer

Eine sehr interessante Nachricht, die bereits aus dem Jahr 2010 kommt, aber immer noch aktuell ist. Der britische Guardian berichtet: Mehr als 40% der Opfer häuslicher Gewalt sind männlich.

Men assaulted by their partners are often ignored by police, see their attacker go free and have far fewer refuges to flee to than women, says a study by the men’s rights campaign group Parity.

The charity’s analysis of statistics on domestic violence shows the number of men attacked by wives or girlfriends is much higher than thought. Its report, Domestic Violence: The Male Perspective, states: „Domestic violence is often seen as a female victim/male perpetrator problem, but the evidence demonstrates that this is a false picture.“

Neu ist das wissen nicht. Schon in  den 80ern kamen ähnliche Studien zu vergleichbaren Ergebnis. Das Wissen darum liegt also schon eine ganze Weile vor. Da aber das von den meisten Menschen gepflegte Männer- und Frauenbild nicht auf Fakten basiert, sondern auf reinem Bauchgefühl, kommt es zu so krassen Fehleinschätzungen.

Fakten stören da nur, werden teils sogar als Provokation oder Sexismus angesehen.

Campaigners claim that men are often treated as „second-class victims“ and that many police forces and councils do not take them seriously. „Male victims are almost invisible to the authorities such as the police, who rarely can be prevailed upon to take the man’s side,“ said John Mays of Parity. „Their plight is largely overlooked by the media, in official reports and in government policy, for example in the provision of refuge places – 7,500 for females in England and Wales but only 60 for men.“

Grafisch seht das übrigens so aus:

provisions of refuge

Ein Kommentator beschreibt die Situation ganz richtig:

This is not a surprise. The problem is that domestic violence against men is portrayed by the media as amusing. If a man on a TV programme hits a woman, this is portrayed as domestic violence and is unacceptable whatever the circumstances, rightly so. If a woman hits a man, it is usually portrayed as him having ‚deserved it‘.

Und weil nicht sein kann was nicht sein darf, wird es in Zukunft weiterhin viel zu wenige Frauenhäuser und faktisch gar keine Männerhäuser geben. Männliche Gewalt gegen Frauen ist Grund zur Empörung, weibliche Gewalt gegen Männer ist Comedy.

Ist Holocaustverharmlosung für Facebook keine „Hassrede“?

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit. An diesem Tag oder den direkt folgenden Tagen entstand offenbar dieses Foto von Kindern in KZ-Uniform hinter Stacheldraht.

Konzentrationslager Auschwitz Befreiung

Auf folgenden Facebook-Eintrag bin ich heute hingewiesen worden. Erstellt wurde er von einem „Hasser“ des Fußballclubs FC Union Berlin bereits im Oktober diesen Jahres.

2012-12-28_Facebook_Anti Union

Das Bild, das das Konzentrationslager Auschwitz mit der Stehplatztribüne „Waldseite“ des Stations An der Alten Försterei vergleicht ist über den Facebook-Account noch verfügbar.
Einige Benutzer haben bisher dieses Foto bereits bei Facebook gemeldet, ohne Erfolg. Ich meldete es ebenfalls, und zwar als „Hassbotschaft“, mangels einer besseren Alternative. In meinen Augen handelt es sich hierbei um Volksverhetzung und Relativierung der Verbrechen des NS-Regimes.

Die Antwort auf diese Meldung folgte recht schnell:

2012-12-28_(1) Supportkonsole

unserer Ansicht nach verstößt es nicht gegen die Standards der Gemeinschaft Hassbotschaften. Daher haben wir es nicht entfernt.

Die „Standards der Gemeinschaft ‚Hassbotschaften'“ verdienen sicher eine genauere Betrachtung. In den Communityrichtlinien heißt es dazu:

Hassreden
Facebook erlaubt keine Hassbotschaften, unterscheidet allerdings zwischen ernsthaften und humorvollen Botschaften. Auch wenn wir dich dazu ermuntern, Ideen, Institutionen, Veranstaltungen und Praktiken in Frage zu stellen, erlauben wir es einzelnen Personen oder Gruppen nicht, andere aufgrund ihrer Rasse, Volkszugehörigkeit, nationalen Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung, Behinderung, ihres Gesundheitszustands oder Geschlechts anzugreifen.

Um es deutlich zu sagen: den Vergleich von einem Konzentrationslager mit einer Fankurve hält Facebook offenbar nicht für einen „Angriff auf Andere aufgrund ihrer Volkszugehörigkeit oder Religion“.

Dagegen habe ich Widerspruch eingelegt, mit direktem Hinweis auf die Entstehungsgeschichte des Fotos, und dem Link auf einen Artikel der dies belegt.

„Ich bin kein Opfer, nehmen Sie das bitte zur Kenntnis“ – Freiheitsfeinde bei der Arbeit

Es gibt eine bestimmte Sorte Feministinnen und Feministen, die sich nicht schämen Menschen zu instrumentalisieren.

Und genau darüber handelt dieser Text:
Ich bin kein Opfer, nehmen Sie das bitte zur Kenntnis.

Ich finde Sex toll. Ich finde Sexarbeit toll. Ich finde Freiheit toll. Für jede und jeden. Das inkludiert natürlich die Freiheit, Sex zu haben (oder auch nicht), mit wem man möchte. Aber das soll doch bitte jeder für sich selbst entscheiden.
Und zu welchen Bedingungen, ob gratis oder gegen Geld doch bitte auch.

Völlig ausreichend zu wissen, dass da [bei Jauch] Frau Schwarzer (Hey, ich bin Feministin. Aber die Frau geht einfach nicht mehr. Leute, die nur für meine Rechte als Frau streiten wollen unter der Maßgabe, dass mein Freiheitsbegriff der gleiche ist wie ihrer: Geht bitte weg und kommt nicht wieder.) sitzt, und ihre kruden Thesen verbreiten darf.
90 % aller Prostituierten sind Zwangsprostituierte?
Ich wüsste wirklich gerne, wo die alle versteckt sind.
200.000 Zwangsprostituierte in Deutschland?
Während das BKA von rund 700 Fällen von Menschenhandel (und Menschenhandel ist nicht zwingend Zwangsprostitution, btw.) spricht?
Merkste was?

Es ist mir persönlich nur eine verbreitete und offen gelebte Perversion in Bezug auf Sexualität bekannt. Ich treffe immer wieder auf sie.
Es handelt sich um die Perversion, mündigen Erwachsenen vorschreiben zu wollen, mit welchen anderen mündigen Erwachsenen sie einvernehmlichen Sex haben dürfen.

Abartiger geht es nicht. Doch das ist nicht nur gesellschaftlich breit getragen und gelebte Realität im Jahr 2013 in Deutschland. Eine Ideologie, die sich auch in Gesetzen widerspiegelt.

Anders als in anderen Ländern steht „Feminismus“ in Deutschland leider meist noch für Sexualfeindlichkeit und einen Freiheitsbegriff, der am ehesten noch dem extremistischer Frauenfeinde anderer Kontinente gleich kommt. Wer denkt das sei übertrieben: In Bezug auf Frauen und ihre Freiheitsrechte ist das überraschenderweise nicht so. Alice Schwarzer hat sich wiederholt für ein Gesetz ausgesprochen das Frauen in Deutschland vorschreibt welche Kleidung sie anziehen dürfen, und welche Kleidung Frauen unter Strafe verboten sein soll.
Beide, sowohl Frauenfeinde als auch Schwarzer-Feministinnen pflegen ein „Idealbild einer Frau“ mit exakt definierten Vorstellungen wie eine Frau zu sein hat. Und beide sind extremistisch genug, dies auch mit Strafen durchsetzen zu wollen.

Deutschlands neue Judengesetze?

Zum ersten Mal seit der NS-Zeit bekommt Deutschland offenbar neue Judengesetze.

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Christiane Woopen, hat sich für ein Kinder-Veto bei der rituellen Beschneidung muslimischer Jungen ausgesprochen. Muslimische Kinder, die anders als jüdische in aller Regel erst später beschnitten würden, müssten nach ihrem Einverständnis gefragt werden, sagte Woopen dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

Ich hatte schon befürchtet, dass so etwas passieren könnte: das kommende Beschneidungsgesetz wird nicht nur menschenrechtsfeindlich (gegen die UN-Kinderrechtskonvention), sexistisch (soll nur für Jungs gelten), sondern wird wohl auch noch selektiv religionsdiskriminierend.

Und ja: auch positive Diskriminierung ist Diskriminierung.
Ich bin echt fassungslos, was für ein Kniefall hier stattfindet, nur weil es politisch opportun erscheint. Ein solcher Gesetzesvorstoß wäre nämlich gleichzeitig positiv diskriminierend gegenüber dem jüdischen Brauch der Beschneidung und negativ diskriminierend gegenüber dem muslimischen Brauch der Beschneidung.

Das ist offenbar die Situation des politisch opportunen in Deutschland.
Kinderrechtsfeindlichkeit, Sexismus, selektive Religionsdiskriminierung.

Nazivergleiche in der Beschneidungsverbotsdebatte

Replik auf Armin Willburger:

Ja, wer wie der Twitter-User @Wer_Ich_Bin in einer Debatte um Beschneidung Menschenrechtler mit Nazis gleichsetzt, und ein Beschneidungsverbot mit der systematischen Vergasung der europäischen Juden, in die Nähe von Adolf Hitler stellt, der provoziert. Und er provoziert unnötig.
Ich bin kein Mensch, der sich jede Provokation gefallen lässt, auch für mich ist irgendwann Schluss. Gerade beim Holocaust, gerade bei den Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur.

Wer mich kennt, der weiß dass ich nicht schnell laut werde. Aber wenn, dann um so heftiger.
Ich sage nicht, dass der Vergleich vernünftig war, das war er ganz offensichtlich nicht. Er war eine Provokation, und als solche war er ausschließlich an @Wer_Ich_Bin gerichtet.

Über den Gesprächsverlauf können auch @Boomel @Foreskin_Man und @Lhpysg befragt werden, sie haben ihn mitbekommen.

Es wird oftmals mangelnde Empathie beklagt. Klar, da kann ich mir an die eigene Nase fassen. Aber jeder von uns ist schon ausgerastet, wenn dumme Menschen etwas dummes und möglicherweise sogar Gefährliches sagen.

Der Holocaust lässt sich mit nichts vergleichen als dem Holocaust. Nicht mit einer Beschneidung und nicht mit einem Beschneidungsverbot.

Ich hoffe meine Position wird jetzt klarer.

P.S.: Aus einer Diskussion von Tweets selektiv eine Person sinnentstellend zu zitieren und den Kontext auszublenden, spricht meiner Meinung nach nicht für redliche Absichten.

Ingrid Matthäus-Maier: „Mit Glauben ist kein Staat zu machen“

Ingrid Matthäus-Maier (Beiratsmitglied der Giordano-Bruno-Stiftung) hat in einem Artikel in der Financial Times Deutschland Deutschland klargestellt, wie abgefuckt das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland ist.

Viele Dinge wusste man schon, andere waren auch mir neu:

Da reibt man sich doch verwundert die Augen: In der Weimarer Reichsverfassung von 1919 gibt es einen Artikel 138, der in unser Grundgesetz übernommen worden ist. Danach sind die Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften abzuschaffen.

Hört, hört! Für den Beschluss einen Gesetzesentwurf für die Beschneidung von Jungen vorzulegen brauchte es genau sechs Wochen.

Die enge Verbindung zwischen Staat und Kirche findet sich in vielen Lebensbereichen. In der Steuerpolitik mischen sich die Kirchen immer schon kräftig ein, weil sich die Kirchensteuer nach der Lohn- und Einkommensteuer richtet. Aus meiner Zeit als Vorsitzende des Finanzausschusses des Bundestages kann ich ein Lied davon singen, dass die Kirchen bei Steueränderungen sich nicht schämten, Steuersenkungen für Kleinverdiener und Kinder zu torpedieren: Ihr Kirchensteueraufkommen würde dann ja auch sinken.

WTF?!

Spätestens in dem Fall der Königswinterer Kindergartenleiterin konnte endlich einmal als glatte Unwahrheit die Behauptung der Kirchen entlarvt werden, dass sie die Kirchensteuer benötigten, weil sie so viel Geld in ihre soziale Einrichtungen steckten. Die Öffentlichkeit nahm erst erstaunt, dann empört zur Kenntnis, dass der Beitrag der Kirche zu diesem Kindergarten exakt bei null liegt. Das bedeutet null Prozent Beteiligung an den Kosten und trotzdem 100 Prozent Oberhoheit über das Privatleben der Beschäftigten. Als das ruchbar wurde, kündigte die Stadt Königswinter den Vertrag mit der katholischen Kirche.

Und das ist nicht etwa die Ausnahme. Nein, das ist Standard in Gottesstaat Deutschland.

Der Artikel enthält noch eine Menge weiterer Ungeheuerlichkeiten, daher sollte den Jeder mal gelesen haben.

Für alle TITANIC-Papst interessierten: die taz traut sich noch

Für alle TITANIC-Papst Interessierten: die taz traut sich noch, das Foto der aktuellen TITANIC-Ausgabe abzudrucken.

Sobald die es nicht mehr haben: hier gehts weiter. Streisand und so, man muss ja vorbeugen.

Ich finde ja übrigens dieses Schreiben hier um eine Nasenlänge vielsagender und lustiger. 😀 (auch hier wieder: Streisand-Kopie des Schreibens)

Viel Spaß noch. Mal schauen, was daraus wird. 🙂

Widerspruch gegen BILD-Sonderausgabe 23.06.2012

Heute abgeschickt:
https://www.campact.de/bild/ml1/mailer

Widerspruch gegen BILD-Sonderausgabe 23.06.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben Ihren Werbekunden angekündigt, am 23.06.2012 die von Ihnen verlegte BILD-Zeitung in einer Sonderausgabe an alle Haushalte in Deutschland zu verschenken. Ich möchte die BILD nicht geschenkt bekommen, weder als Sonder-, noch als reguläre Ausgabe. Auch möchte ich nicht dafür bezahlt werden, die BILD ihrer finalen Bestimmung – der Mülltonne – zuzuführen.

Hiermit untersage ich der Axel Springer AG, Tochtergesellschaften, eventuellen Auftragsnehmern und anderen Vertragspartnern ausdrücklich, mir an die oben genannte Anschrift am 23.06.2012 oder an einem anderen Tag ohne meine vorherige schriftliche Einwilligung die BILD-Zeitung oder andere Erzeugnisse der Axel-Springer AG oder ihrer Tochtergesellschaften zuzustellen oder in den Briefkasten einzulegen oder durch Dritte zustellen oder in den Briefkasten einlegen zu lassen.

Ferner untersage ich Ihnen ausdrücklich, meine persönlichen Daten zu einem anderen Zwecke zu verwenden, als es für die logistische Umsetzung meines hier formulierten Anliegens zwingend notwendig ist und fordere Sie auf, anschließend sämtliche Daten umgehend und restlos zu löschen.

Mit freundlichen Grüßen

Israel und die Vorzeigedemokratie

Wer Israel gerne als „einzige Demokratie des nahen Ostens“ über den grünen Klee lobt, der soll bitte das hier mal erklären:

Israel nimmt mehrere Europäer am Flughafen Ben Gurion fest, weil sie eine politisch nicht genehme Meinung vertreten.

Grund: Israel sieht darin eine „Provokation“, auf die eingeschränkte Bewegungsfreiheit im Westjordanland aufmerksam zu machen. Ein Staat ohne Meinungsfreiheit kann per Definition keine Demokratie sein.

Ach so, noch eines noch:

‚Es könnte alles viel schlimmer sein‘ ist kein Argument. Nienicht.

(Julia Schramm, sinng.)

Die Haftbedingungen in Deutschland sind teilweise SO schlecht…

… dass die amtliche deutsche Anti-Folter(!) Stelle für schlicht „inakzeptabel“ hält.

Und wie immer ist sowas dann wohl nur die Spitze des Eisberges.

In eigener Sache schrieb die Stelle, dass „die Kapazitäten für die regelmäßige Prüfung mehrerer tausend Gewahrsamseinrichtungen absolut unzureichend“ seien. Die Stelle hat vier festangestellte und fünf ehrenamtliche Mitarbeiter.

Sage und schreibe vier(!) Festangestellte? Das sind ja sage und schreibe 0,25 pro Bundesland oder 0,05 pro Million Einwohner.

[Quelle: Internet]

Wie ich das Land von Kinderschändern (fast) befreie und gleichzeitig Milliarden mache

Gerade heute mal gefunden:

Wir alle kennen ja die alte Leier: Personendelikte werden mit geringen Strafen belegt, Eigentumsdelikte mit aberwitzig hohen Strafen im Vergleich dazu. Besonders beim Urheberrecht. Ein bisschen was wahres ist zwar dran, aber der vorliegende Vergleich ist besonders populistisch.

Wenn ich sowas lese, dann kriege ich zugegebenermaßen diabolische Hörner.
Vielleicht sähe ja alles viel besser aus, wenn hinter jedem mißbrauchten Kind ein hoher wirtschaftlicher Schaden für einen Konzern stände?
Daher spiele ich mal den Advocatus Diaboli und entwickle einen Plan für ein „passendes Geschäftsmodell“.

Ein Gedankenspiel:
WIE ICH DAS LAND VON KINDERSCHÄNDERN BEFREIE UND GLEICHZEITIG MILLIARDEN MACHE
„Wie ich das Land von Kinderschändern (fast) befreie und gleichzeitig Milliarden mache“ weiterlesen

Für die Akten: „Schutzlücke“ ohne Vorratsdatenspeicherung ein Mythos

Für die Akten:
Die von Konservativen prophezeite „Schutzlücke“ ohne das Vorhandensein einer Vorratsdatenspeicherung (VDS) ist nichts als ein Mythos. Das zeigt die Studie der kriminologischen Abteilung des Max-Planck-Instituts (MPI), die jetzt der CCC veröffentlicht hat.

„Die umfangreiche europaweite Erhebung und Auswertung des MPI offenbart, daß die Stammtischparolen von der ‚Schutzlücke‘ durch den Wegfall der anlaßlosen Telekommunikationsdatenspeicherung keine Faktenbasis haben“, faßte CCC-Sprecher Frank Rieger die Ergebnisse der Studie zusammen. „Die Vorratsdatenspeicherung führt nachweislich nicht zu höheren Aufklärungsquoten bei schweren Verbrechen.“

Interessant ist jetzt natürlich die Argumentation, warum die VDS doch ein unverzichtbares Mittel ist und gebraucht wird.
Bernhard Witthaut von der GdP (Gewerkschaft der Polizei) meint, dass die Daten ja gar nicht stichhaltig seien, und der Erhebungszeitraum zu kurz war. Der Erhebungszeitraum war von Mai bis August 2010. Da ist es schon ein bisschen gewagt von „kurz“ zu sprechen, eine _erhebliche_ „Schutzlücke“ sollte sich schon innerhalb eines Dritteljahres zeigen.

Dann gibt es die übliche „Umkehrargumentation“. Es sei nicht belegt worden, dass die VDS nicht benötigt würde. Nur: das muss ja auch gar nicht belegt werden. Die Notwendigkeit für eine VDS muss belegt werden. Und die – so die Aussage der Studie – ist nicht zu sehen.

Das dritte Argument lautet ungefähr so: „Na aber… trotzdem!“
Besonders häufig von Unionsmitgliedern zu hören ist das Argument, dass die VDS ja ein bequemes Instrument sei, und man deshalb nicht darauf verzichten dürfe die Bewegungen und Gewohnheiten von 82 Millionen auf Vorrat zu speichern.