Europäische Softwarepatente Teil 2

Nachdem die EU-Komission im ersten Anlauf abgewatscht wurde, was die Softwarepatente angeht, kommt jetzt wie zu erwarten der neue Anlauf. Man gibt der Sache diesmal den Namen „gewerbliche Eigentumsrechte“, und kommt quasi durch die Hintertür.

Bei Kritikern der Ausweitung der gewerblichen Schutzrechte im Softwarebereich hat die Ankündigung Alarmglocken schrillen lassen. Sie fürchten, dass Hand in Hand mit dem beim EU-Rat anhängigen Verfahren zur Schaffung eines Gemeinschaftspatentes eine Hintertür für die Softwarepatentierung aufgestoßen werden soll. „So fängt das leider immer an“, fürchtet Florian Müller, Gründer der Kampagne NoSoftwarePatents.com. „Man behauptet, es gäbe Bedarf, die Sache in Augenschein zu nehmen. Dann verschütten die Konzernlobbyisten ihre Krokodilstränen vor der Kommission, und schon heißt es, man müsse unbedingt etwas zur Rettung der europäischen Wirtschaft tun.“

Mal schauen, was daraus wird. Es ist auf jeden Fall gut, dass es weiterhin Aktivisten gibt, die aufmerksam genug sind.

[via heise online]

blogg.de/blogstats.de nicht erreichbar

Wie ich eben (14:13 Uhr) feststelle, ist blogg.de genau wie blogstats.de nicht erreichbar.
Schade eigentlich. Ich hoffe, der Lumma kümmert sich schnellstmöglich drum?

Den Kommentar, den der kulturgestaute zum Thema abgegeben hat, möchte er nicht unter seinem Namen veröffentlicht sehen.
Okay. Aber was ist so schlimm an einer Lobhudelei Lumma gegenüber? Sowas kann schließlich immer mal passieren.

Okay, in Wirklichkeit hat Helmut nix zum Thema gesagt. Ich habe mir das alles nur ausgedacht, um einen Vorwand zu haben auf den Kulturstau zu verlinken. Und außerdem wollte ich mich wichtig machen. Ganz ehrlich. Das kann der Helmut alles bestätigen. Ich schwörs, ich lüge.

Update:
Inzwischen (14:33 Uhr) gehts wieder. Alle sind glücklich 🙂

Pornographie für 3- bis 5-jährige

Es soll tatsächlich Gestalten auf diesem Planeten geben, die davon ausgehen, Kinder seien sexuelle Wesen.
Anders kann ich mir diese „Aufklärungs“pornos für 3- bis 6-jährige (oder so) nicht erklären. Gefunden und dokumentiert hat sie wohl learntohate.net, wobei ich mir die Frage stellen muß, wer solch krankes Zeug entwirft, bzw. für wen es gedacht ist.

Denn mit 6 Jahren ist man definitv zu alt für solche Sätze:

Du kannst Vaters Schwänzchen sehen.
Das Schwänzchen nennt man Glied.
Du kannst auch das Säcklein sehen,
das Vater zwischen seinen Beinen hat.
Es heißt Hodensack.

„Schwänzchen“? *räusper*
Der arme Vater.

Jetzt nochmal die Frage: wer soll sowas lesen? Sechsjährige, die grade das Lesen gelernt haben, lachen sich kaputt über sowas, und noch kleinere Kinder können noch nicht lesen. Ist das also für Mamas und Papas zum Vorlesen? Kann ich mir ja gut vorstellen, weil ja heute schon jede zweite Ehe geschieden wird. Da kann Mama ihrer Tochter kaum zeigen, was ein „Schwänzchen“ ist, weil sie ihrem Zahlvater ja abgehauen ist.

Ich auf jeden Fall brauchte sowas nicht, dank meiner wissenschaftlichen Neugier mussten meine Eltern mich schon mir zwei Jahren aufklären.

[via learntohate]

Personenbeschreibung

Aus Akte X – Tempus Fugit Teil 2:

Männer mit spartanischem Lebensstil, die sich leibliche Genüsse nur erlauben, um die Komplexität ihrer Leidenschaften zu ermöglichen.

Agent Scully über Agent Moulder sowie eine Verstorbene Figur in der Serie.

Okay, aber woher kannte Agent Scully jetzt mich?

Weises & Wahres 05.10.05

Auch wenn ich es noch vor Kurzem thematisiert hatte, ich kann es nicht oft genug sagen. Auch für alle die Intelligenzbefreiten, die jetzt Neuwahlen fordern:

„Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“ – Bertolt Brecht

Die Politiker können nicht einfach Neuwahlen nach Belieben ansetzen, nur weil ihnen der Wählerwille nicht gefällt. Wo leben wir eigentlich?

geile Weiber, geifernde Jungs und eine hinkende kapitalistische Vermarktungsmaschinerie

Von wegen im Kapitalismus ist alles gut, im Gegenteil. Hier mal wieder ein Beweis:
Ein Verleih bringt einen Film raus, und auf einem Cover (CD-Cover?) ist eine geile Alte zu sehen. Die kleinen, triebgesteuerten, geifernden, kapitalismusverwöhnten Jungs kommen gleich an: „Rabäähh… als Poster haben will!!!!111111einself“

Was sieht man da?
Die kapitalistische Vermarktungsmaschinerie ist eben (noch) nicht in der Lage, jedes irgendwie gewollte Produkt auch zu liefern. Dabei wäre es in diesem Falle sehr einfach: denn das Produkt (in diesem Fall: geile Alte in Posterformat) existiert bereits in Rohform, müsste nur entsprechend aufgereitet werden.
Und der potentielle Käufer (hier: triebgesteuerter Blogger) wäre auch bereit, locker das drei- bis fünffache eines normalen Posterpreises im Internet zu bezahlen. (Hormone sei dank)

Normalerweise sollte ein Interessent doch in der Lage sein, direkt beim Verleiher/Produzenten sich sein Lieblingsbild auszusuchen, um es dann (vielleicht sogar auf Wunsch angefertigt) als Poster zu bekommen.
So aber muß der kleine Helmut jetzt weinend zu Bett gehen….

…. und mir die Ohren via ICQ vollnöhlen.
Kacke.

unbedingt weiterleiten!

Also normalerweise schere ich mich ja einen Dreck um diese „Unbedingt weiterleiten!“ Nachrichten.
Aber diesmal…

Mit dem Weiterleiten dieser Message tötet ihr mindestens einen Tokio Hotel Fan. Unterbrecht die Kette nicht, denn wenn wir genug sind stirbt vielleicht sogar der/die Front-„Sänger/in“
Sendet diese Nachricht an ALLE weiter. Sie müssen sterben. Für ein Deutschland ohne Tokio Hotel

[via ICQ]

„Christliche“ Extremisten bei dol2day.com

Nach einer massiven Löschung von gefakten Accounts hat die „Christliche Internet Partei“ (CIP) laut ihrem Vorstand den Neuanfang begonnen. Die Antwort auf die Frage, wie dieser Neuanfang aussieht, fällt allerdings verheerend aus.

War die CIP in Anfangstagen von dol2day noch so etwas wie ein dol2day Pendant der CDU, ist sie heute der NPD nahe gerückt. So gibt es z.B. ein Mitglied im (angeblich auf dem Boden des Grundgesetzes befindlichen) Vorstands, der die NSDAP und die NPD als Lieblingsparteien angibt, und folgende Sprüche klopft:

Von: Hovawart 02.02.2005 14:00 Uhr
Das sind Leute die immer rumjuden ohne Blutsmässig Jude zu sein.

Von: Hovawart 03.02.2005 19:49 Uhr
Ich denke das die Bütteln des systems in näherer Zukunft verstärgt zuschlagen werden um die Volkes Meinung zu unterdrücken.

Wie ist dein Verhältnis zum politischen System der BRD?
Von: Hovawart 19.02.2005 10:51 Uhr
Das schwankt immer zwischen unsympathisch und blankem Hass und das geht so seit meiner frühesten Kindheit.

Von: Hovawart 20.02.2005 17:01 Uhr
Man kann Juden nicht individuell sehen. Sonst sieht man einen x-beliebigen Menschen aber eben nicht einen Juden.
Nicht anderst verhält es sich bei allen anderen Gruppen, Christen, Deutsche…
Entweder ich schau mir die Gruppe an oder nicht. Wenn ich also über Juden reden kann ich garnicht irgendetwas individuelles sehen weil ich sonst etwas ganz anderes betrachte.

Es geht mir nicht darum, ein Einzelnes Mitglied des Forums schlecht zu machen, nein. Es muß allerdings die Frage erlaubt sein, warum solche Hetze bei dol2day.com dem Betreiber tolerabel erscheinen. Nicht, dass solche Meinungen nicht auf Widerstand stoßen würden. Klar gibt es den nötigen Gegenwind, allerdings scheint es seitens der NPD Empfehlungen an ihre Mitglieder zu üben, zu dol2day zu gehen, und sich dort in Agitation und Provokation zu üben.

Update:
Mittlerweile hat sich der 1. Vizevorsitzende der CIP zu den kritischen Äußerungen um die CIP geäußert. Es gebe bei der CIP keine Nazis, so seine Meinung. Offenbar sind für ihn jene Personen, die die NSDAP und NPD als Lieblingsparteien angeben, nicht zwingend als Nazis einzustufen.

Es geht weiter, so oder so: Filesharing 3.0 beta

Das Anbieten von eDonkey-Links verstößt gegen das Urheberrecht, und der Entwickler von eDonkey und Overnet wirft das Handtuch, auf Drängen der Urhebermafia, natürlich.

Das logische nächste Element in der Kette ist seit Langem klar, es hat nur noch keinen griffigen Namen gefunden:

Außerdem spiele die derzeitige Auslegung des Grokster-Urteils Entwicklern nach Untergrund-Tauschbörsen in die Hände, sodass man sich künftig mit anonymisierenden, verschlüsselten P2P-Tauschbörsen herumschlagen müsse.

Die ideale Tauschbörse sieht so aus:

* Niemand weiß, woher Daten kommen
* Niemand weiß, wohin Daten geschickt werden
* Niemand weiß, welche Daten verschickt werden
* Niemand weiß, an welcher Stelle Daten (eventuell) zwischengespeichert werden

Recht eindrucksvoll, wenn auch zu lahm und zu unhandlich war dies bereit bei der P2P Software The Freenet Project zu sehen. Dort war nämlich praktisch nicht zu erfahren, woher die angeforderten Daten letztendlich kamen. Um das P2P Netz zu unterstützen gab der User Teile seiner Festplatte als Zwischenspeicher frei, konnte aber aufgrund der Verschlüsselung nicht wissen, was er dort zwischenspeicherte.

Dieses Konzept wird sich auf die eine oder andere Weise durchsetzen, jeweils mit gesteigerter Anonymität, und natürlich Verschlüsselung.

Profilupdate dol2day


* „Aber staatlicher Terror hat vor allem eine Auswirkung: Er erzeugt Gegengewalt.“ – Nelson Mandela, Verteidigungsrede vor Gericht 1962

* „Der Terrorismus ist ein Krieg der Armen gegen die Reichen. Der Krieg ist ein Terrorismus der Reichen gegen die Armen.“ – Peter Ustinov

* „Terror ist nichts anderes als Gerechtigkeit, prompt, sicher und unbeugsam.“ – Maximilien de Robespierre, Rede in der französischen Nationalversammlung, 1792

* „Die Terroristen haben versucht, unsere Gesellschaft zu erschüttern. Die Innenminister haben es geschafft.“ – Andreas Pfitzmann, Informatikprofessor und Datenschützer

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* „Protest ist, wenn ich sage das oder das paßt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, daß das, was mir nicht paßt, nicht länger geschieht.“ – Ulrike Meinhof, deutsche Journalistin

* „Wirft man einen Stein, so ist das eine strafbare Handlung. Werden tausend Steine geworfen, ist das eine politische Aktion. Zündet man ein Auto an, ist das eine strafbare Handlung. Werden hunderte Autos angezündet, ist das eine politische Aktion.“ – Ulrike Meinhof, deutsche Journalistin

* „Ponto, Buback, Schleyer // Kommen nicht zur Weihnachtsfeier. // Die liegen brav in ihren Kisten. // Schönen Gruß, die Terroristen.“ – Ingo Appelt

* „Buback, Ponto, Schleyer / Der nächste ist ein Bayer“ – (Sponti-Spruch aus dem Jahr 1977, gemünzt auf Franz Josef Strauß)

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* „In dieser Schule [dem Heer] soll der Knabe zum Mann gewandelt werden; und in dieser Schule soll er nicht nur gehorchen lernen, sondern dadurch auch die Voraussetzung zum späteren Befehlen erwerben. Er soll lernen zu schweigen, nicht nur, wenn er mit Recht getadelt wird, sondern soll auch lernen, wenn nötig, Unrecht schweigend zu ertragen.“ – Adolf Hitler

* „Das Ziel der weiblichen Erziehung hat unverrückbar die kommende Mutter zu sein.“ – Adolf Hitler

* „Betrinke dich nie!“ aus dem Vorwort zum Parteibuch der NSDAP, 1927

* „Nicht jedes schlechte Benehmen liegt an der antiautoritären Erziehung. Die antiautoritäre Erziehung hat es auch niemals bis zum Weltkrieg gebracht. Der Holocaust kam ja aus der bürgerlichen Ohrfeigenerziehung.“ – Dieter Nuhr

* „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“ – Bertolt Brecht

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* „Hätt' Maria abgetrieben, wär uns viel erspart geblieben.“ – Aufschrift auf einer Hauswand in Berlin, während eines Katholikentages oder Evangelischen Kirchentags, ca. 1986/1987

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Das älteste blog der Welt ist gefunden

Ein wenig überrascht war ich schon, als ich den ältesten Eintrag im ältesten blog der Welt fand. Zu der Zeit, als das Posting getätitgt wurde, war das WWW eigentlich noch nicht bebildert, und es gab noch zwei deutsche Staaten, die Mauer war noch nicht sehr lange gefallen.

Um so überraschender der Inhalt des ältesten Eintrags im ältesten blog der Welt:
Es ging um eine Prognose der deutschen Flüghäfen im Jahre 2005.

Damit steht fest:
Weblogs sind eine deutsche Erfindung.

Dass am deutschen, und nur am deutschen Wesen die Welt genesen soll, war mir ja schon lange klar.

P.S.: Für diese archäologische Glanzleistung erwarte ich natürlich die üblichen Lobpreisungen, Huldigungen, Geldgeschenke, Nobelpreise, etc. etc.

Weises & Wahres 26.09.05


Zitat #18363

By webmaster@german-bash.org

26.09.2005, 13:03:50 – ICQ
[Dodo] Ich hab auf mein eines Top folgendes geschrieben: „Niemand hat mich gefragt ob ich Leben will, also sag du mir nich, wie ich leben soll. Denn das ist mein Leben.“
[Dodo] Und jez kommt des aus der Wäsche und hintendrauf steht von meinen Eltern: „Aus Liebe ist Dein Leben entstanden und Liebe ist was Dich begleiten soll. Was wir Dir geben ist ein guter Rat, keine Vorschrift wie Du Dein Leben leben sollst.“
[Stappert] ATOMROFL

[via german-bash.org]

„Oh, dann muß ich wohl ein Antisemit sein.“

Wenn man in einem freien Land auf diesem Planeten auf die Menschen zugeht, und sie fragt, was denn ein Antisemit sei, so erhält man vielleicht die Antwort, es handele sich dabei um einen Menschen der Juden diskriminiert, sie hasst, oder sogar verfolgt.
Leider leben wir in Deutschland in diesem Sinne leider in keinem freien Land. Bei uns gilt bereits Jemand als Antisemit, der den mehrheitlich jüdisch geprägten Staat argumentativ kritisiert, oder der Witze über Juden erzählt. Oh, und natürlich gelten Diejenigen als Antisemiten, die das selbstauferlegte „no critics“ Dogma in Frage stellen. So wie ich.

Kritik am Staate Israel

Wir Deutschen, quasi als „Erben einer Schuld“, hatte schon von jeher aus ganz logischen Gründen eine außergewöhnliche Bindung an den Staat Israel. Wäre ein „Judenstaat“ (in dem 20% der Bewohner keine Juden sind) im Dritten Reich noch der pure Albtraum der deutschen Diktatur gewesen, verkehrte es sich logischerweise mit dem Aufkeimen der deutschen Demokratie. Der Staat Israel wurde in den letzten 50 Jahren quasi zur Bestätigung des Judentums mit seinen Wurzeln, zumindest aus deutscher Sicht. Ein Ja zu Israel wurde zum Ja zum Judentum. Daher wurde der deutsche Umkehrschluß (Kritik an Israel, Kritik am Judentum) quasi zum Automatismus. Dieser fatale Umkehrschluß läßt Israel zu einem Stereotyp verkommen. Sagt ein Deutscher ein Mal das Wort „Israel“, so hat er vorher drei Mal das „Juden“ gedacht. Und so verschwimmen die Begriffe im Geiste zu „Judenisrael“ und „Israeljuden“.

Wie also kann ein kritischer Deutscher die Verfehlungen des Staates Israel aufzeigen, ohne als Antisemit darzustehen?Wie kann sich ein deutscher Pazifist gegenüber dem kriegerischen Israel äußern, wo beginnt das Vorgehen eines Menschenrechtlers gegen den Teil des israelischen Staates, der Menschenrechte mißachtet?

Judenwitze

Judenwitze sind heikel, daher so unbeliebt bei der politisch korrekten Kaste der sich Intellektualisierenden Deutschlands. Judenwitze waren und sind am häufigsten die Kennzeichen für Hass, Diskriminierung oder gar Verfolgung, welche den Antisemitismus so ausmachen. Es gibt ungefähr so wenige Juden in Deutschland, wie es Buddhisten gibt, daher kann man beinahe sicher sein, dass ein Judenwitz antisemitisch gemeint ist.
Das muß er aber nicht per se sein, denn es gibt in Deutschland eine sehr ausgeprägte Kultur von Witzen gegen Christen sowie christliche Stereotype.
Meine persönlichen Favoriten sind die Comicbücher „Es ist ein Arschloch, Maria“ und „Du bist ein Arschloch, mein Sohn.“, in denen der christliche Heiland als nichtsnutziges Arschloch, Maria als herumvögelnde Hure und Josef als nichts peilender, betrogener Ehemann darsteht. Härtester Tobak, also. Ähnliches gilt für die Witze und Comics zum Thema Kindesmißbrauch und katholische Kirche.
Niemand würde hier von einem „antichristlichen“ Hintergrund ausgehen, denn meist sind die Witzeerzähler selbst Christen, oder kennen das christliche Umfeld.

Ich bin sicher: Judenwitze können lustig sein, ohne zu diskriminieren. Allerdings erwarte ich wirklich lustige Judenwitze eher von einem Juden, als von einem Mitglied dieser jüdischen Sekte. Die besten Judenwitze habe ich persönlich übrigens bei den SIMPSONS im Vorabendprogramm von Pro Sieben gesehen.

Das „no critics“ Dogma

Die einfachste Art und Weise sicherzustellen, dass über ein Thema nichts Falsches gesagt wird ist, es einfach auszuklammern. Wer über einen Juden nicht negativ reden darf, ohne als Antisemit darzustehen, wird es schlicht und ergreifend nicht mehr tun. Der Vorteil dieses Dogmas liegt auf der Hand: man vermeidet ein Aufkeimen von Antisemitismus in der Gesellschaft, da bereits normale Kritik ein heißes Eisen ist. Je größer die Durchdringung dieses unbewußten Dogmas, desto besser. Auch an vermeintlich aufgeklärten Geistern macht dieses Dogma nicht Halt: jeder Text über Israel, wird mit unter dem Filter dieses Dogmas geschrieben und gelesen. Auf dass nur kein Hauch von Antisemitismus darin bleiben möge. Im Gehirn macht sich auf diese Art und Weise ein „Achtung, Juden!“ Effekt breit, der uns daran hindert, Juden als völlig normale Menschen zu sehen, so lange wir sie nicht persönlich kennen. Juden sind eben ähh… Juden.

Entkommen aus der Sackgasse

Wann also wird man einem Pazifisten abnehmen, dass er Israel nicht aus antesimitischen Gefühlen heraus kritisiert?
Was muß der Menschenrechtler tun, um glaubhaft zu machen, es ginge ihm tatsächlich um Menschenrechte, und nicht um die Diskreditierung von Juden?

Im Moment ist es so, dass ein Pazifist ein T-Shirt mit Peace-Zeichen und eine PACE-Regenbogenflagge hinter sich benötigt, um in der Hinsicht ernst genommen zu werden. Und der Menschenrechtler braucht am Besten einen dicken Bart und einen Button von amnesty international mit Brief und Siegel. Denn diese bildlichen Stereotype sind derzeit noch stärker, als Jenes, dass jegliche Kritik an Israel mit Antisemitismus gleichzusetzen ist.

Konkret wird man aus dieser Sackgasse nur herauskommen, wenn man das „no critics“ Dogma bekämpft, und sich Deutschland auch auf höherer Ebene, z.B. durch die Regierung, traut konstruktive Kritik am Staate Israel zu äußern. Letztendlich ist ein besserer Freund derjenige, der einem in den Arm fällt, wenn man einen Fehler zu begehen versucht.
Die Israelis werden es uns danken, denn besonders die kritischeren israelischen Bürger wünschen sich schon lange mehr Rückhalt auch aus Deutschland, wenn es um Israels Fehler geht.

P.S.: Dieser Artikel enthält 26 Mal das Wort „Jude“, „Juden“, etc.
Mit bitte um Bewertung auf der Antisemitismus-Skala: 10 Punkte = absolut antisemitisch; 1 Punkt = nicht antisemitisch

Weises & Wahres 25.09.05


Wir müssen also das Positive im Leiden erkennen: Jeder Verkehrstote zum Beispiel, ist doch ein Held! Ein Märtyrer unserer Mobilität. Für uns alle ans Autobahnkreuz genagelt.

Dieter Nuhr, „Nuhr am nörgeln“ (1995)

Das ist gar nicht so blöde. Nur, was sind dann die Terrortoten?
Ich sehe das so: die Terrortoten (von denen es sehr viel weniger als Verkehrstote gibt) sind in dem Sinne Märtyrer unserer Freiheit. Die sterben dafür, dass Jeder die Freiheit hat, das zu tun, was er will. Und sei es einen Jet in ein Hochhaus zu steuern, oder mit nem leeren Rucksack und einem „Für Allah“ Geschrei für leere Sitzplätze zu sorgen.

Dekadenentscheidungen

Manche Entscheidungen sind einfach wichtig. Vor Allem, wenn sie langfristig sind. Heute habe ich eine Entscheidung getroffen, die ich viel zu lange vor mir hergeschoben habe. Man sollte sowas nicht unterschätzen. Rein zeitlich gesehen betrifft diese Entscheidung sage und schreibe ein Viertel, idealerweise sogar ein Drittel meiner Zeit der nächsten 10 Jahre. Eine echte „Dekadenentscheidung“, also. Eine die mich ganz persönlich betrifft, meine Gesundheit, die mir unter Umständen sogar den Aufstieg in neue, höhere Sphären unbewußter, geistiger Tätigkeit ermöglicht.

Gemeint war die unendlich wichtige Tätigkeit des Matratzenkaufs.
Also habe ich mir meine Ex-Freundin und Ex-Mitbewohnerin eingepackt, und bin zum ganz in der Nähe sitzenden Matratzenhändler gegangen. Nach kurzer Beratung, was ich denn brauchen würde, ging es dann zum Probeliegen. Als ich die Matratze meiner Wahl ausprobierte, sprach er mir schnell darauf an, ob ich denn „Rückenprobleme“ hätte. Sieht man sowas so deutlich? Ja, immer schon, schon als Fötus. Nix dramatisches, aber sowas gibts.
Die Entscheidung war dann ziemlich schnell klar: ich kriege eine Latexmatratze, dessen „Spezialfeature“ es ist, dass sie auf der Rückseite ein größeres Gewicht aushält.

Ich habe dem Verkäufer gezielt eindeutig dezent klarzumachen versucht, dass die Matratze „ausschließlich für mich“ sei, gerafft hat ers glaube ich definitiv nicht. Worüber sich meine Begleitung nachträglich aufregte:

Boar, der glaub jetzt, wir würden jetzt miteinander ins Bett gehen.

Es sei ja meine Aufgabe gewesen das klarzustellen, so ihre Meinung. Nee, alles klar. So hinterlassen über 100 Jahre Emanzipation ihre Spuren. 😀

However – Anzahlung ist geleistet, die Matratze und Lattenrost kommen in 3 Wochen, bis dahin warte ich gespannt. Einen lila Schein + X wirds kosten, aber das isses wert.
Ach ja: ich freue mich über mein Geschenk:

blogcritics

Man befragt seine ICQ Contacts über das eigene blog, heute das hier:

noja… dürft ned mein Geschmack sein. Mir sind da neokonservative Bloggs lieber: mehr Hetze gegen Araber, Linke und Franzosen… oh, pardon: Aufklärung natürlich ,-)

Wie kommt dieser Wichser eigentlich in meine ICQ-Liste?

Mit SPIEGEL ONLINE kann mans ja machen

Ja, was haben wir alle über SPON gelacht, als sie über das Märchen vom Disclaimer berichtet haben. Dass diese Standard-Disclaimer keine Wirkung haben, ist auch hinlänglich bekannt, inzwischen sind sie auch immer weniger anzutreffen.
Mit einer Ausnahme natürlich: dort, wo sie ein anheimelnd gutes Gefühl vermitteln sollen, um den Besucher in Sicherheit zu wiegen. Er tut ja etwas „verbotenes“.

Dass sie juristisch keine Wirkung haben, ist also geklärt. Danke.

Wenig überraschend ist es, dass an dieser Stelle jetzt ein blogger mit einer vermeintlichen Pointe daher kommt, nutzt der SPIEGEL doch selbst eine Art „Disclaimer“.

SPIEGEL ONLINE ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Haha, was haben wir gelacht. Aber die vermeintliche Pointe – Achtung – ist gar keine. Wenn Spon den Disclaimer nicht für Juristen einstellt, für wen dann? Wer weiterdenkt kann zu zwei Schlußfolgerungen kommen.

1. Spon ist doof. Ich lache, trage das weiter und die blogosphere lacht.

2. Spon ist gar nicht so doof. Es gibt neben Juristen, die die Seite besuchen, auch noch Menschen, die die Seite besuchen. Und unter den Menschen gibt es sie – die Noobs. Die Leute, denen erst klar gemacht werden muß, dass SPIEGEL.de nix mit den Seiten hinter den Links zu tun hat, und auch nicht die richtige Anlaufstelle für böse Beschwerdemails ist, wenn z.B. im Heise.de Forum Müll erzählt wird.

Juristisch hat das keinerlei Bedeutung. Aber es ist die für den Internetbenutzer gesteckte Fahne:
„Hier endet unser Territorium.“

Äußerst unspektakulär.
Aber hauptsache, man hat man wieder über Spon gelästert.
Nicht, dass ich das nicht verstehen würde. Feindbilder wollen gut gepflegt sein.

[via Der Netzwelt-Spiegel]

Der süße Duft des Kapitalismus – wie ein blogger seine Unschuld verlor

Kritisch ist er so häufig, informativ sind seine Beiträge fast immer. Für mich eine der integersten Personen in der blogosphere. Bisher wenigstens. Denn was ich jetzt über ihn gelesen habe, da geht mir die Hutschnur hoch.

Wenn ein Blogger von BMW zur IAA eingeladen wird, und rein „zufällig“ in einem späteren Artikel 14 Mal das Wort BMW erwähnt (ich zähle sogar 15 mit Überschrift und 16 mit URL), dann hat das selbstverständlich nichts miteinander zu tun.
So sieht als der bloggende antikapitalistische Widerstand aus? Nicht mit mir.

Ich war dabei, als Moe seine Seele an BMW verkauft hat. Er hat mit Blut unterschrieben.
Scheiß Kapitalistenmade, verrecke!

WENN du schon für BMW werben musst, Moe, dann bitte auch mit dem obigen Logo.
Mit einer eigenen Kategorie „BMW“, und mit einem schönen BMW-Flashgame am rechten Rand. Okay?

P.S.: dieser Blogeintrag hat nur gute Eigenschaften. Die Leute, die sich über Moe empören, finden ihn toll, und Moe hält das alles für einen tollen Spaß und lacht.