Ich hatte eigentlich fast schon überlegt, mir mal die DSL-Angebote von 1&1 näher anzuschauen. Ich hatte den DSL-Zugang bei meinen Eltern erleben dürfen, inclusive IP-Telefonie, 3- bzw. 6-MBit Flat, und zu einem ordentlichen Preis.
Was aber dieser Provider jetzt vollbracht hat läßt mich nur noch kopfschütteln. Durch eine Art „Wanze“ wird providerseitig standardmäßig die 1&1 Seite aufgerufen, wenn man einen Webbrowser bedient. Möglich wird das durch das Abfangen der Kommunikation auf Port 80.
Und tatsächlich spricht 1&1 bei dieser Verschmutzung auch noch von einem „Mehrwert“, der dem Kunden zugute kommen soll. Dass sowas für die meisten Kunden nichts weiter ist als SPAM, ist natürlich klar. Aber wahrscheinlich wollen die nur ihr eigenes Portal pushen, und weitere Werbeeinahmen verbuchen.
Während Softwarehersteller Wanzen in ihre Produkte einbauen, baut 1&1 direkt Wanzen in ihre Internetverbindungen ein. Aber wahrscheinlich nur bei Privatkunden. Denn Firmenkunden würden 1&1 zu Recht den Arsch aufreißen, wenn sie sowas auf ihren Rechnern erleben müssten.
Zwar läßt sich diese Belästigung (Neusprech: „Feature“) abschalten, aber das werden DAU-Nutzer natürlich kaum raffen.
Was ich absolut nicht verstehen kann, sind die Kommentare einiger User im Heise Artikelforum. Getreu dem Motto:
„Was regt ihr euch denn auf, man kann es doch abschalten.“
Diese Leute scheinen noch nicht kapiert zu haben, dass man sowieso in jedem Browser eine Startseite einschalten kann, wenn man will. Leider fällt mir im Moment keiner dieser abenteuerlichen und dazu blumigen Vergleiche dazu ein, wie es sonst immer der Fall ist.
Fest steht für mich: ein Provider, der seine Kunden in diesem Ausmaß bevormundet kommt für mich nicht in Frage. Aber ich werde bei meinen Erzeugern mal nachfragen, wie die damit klar gekommen sind. Oder ob die überhaupt schon wissen, wie man das ausstellt.
[via heise.de newsticker]