NetReaper

unsuitable for all audiences

Tag: 18. September 2005

  • Fulda: CDU-Wahlhelfer bei Plakatzerstörungsaktion gefasst

    In Fulda hat man zwei 39 und 22 Jahre alte CDU-Wahlhelfer bei einer Plakatzerstörungsaktion erwischt.
    Der Staatsschutz ermittelt.
    Die Bezirksvorsitzende sagt zwar, sie „bedauert und missbilligt das eigenmächtige Verhalten zweier Wahlhelfer klar und deutlich“, aber ob die Mißbilligung so groß ist, und ob das Verhalten wirklich eigenmächtig war, darf stark bezweifelt werden. Denn die beiden Täter waren ausgerechnet im Wagen der CDU-Geschäftsstelle unterwegs.
    Und dass von einer CDU-Geschäftsstelle organisierte kriminelle Machenschaften ausgehen, wäre auch nicht das erste Mal.

    Schließlich ging es gegen den bösen Erzfeind Martin Hohmann, der zu dem Vorfall auch eine Presseerklärung veröffentlich hat.

    Ein interessanter Punkt an der Sache ist, dass der 22-jährige Vorsitzende der dortigen Jungen Union offensichtlich ein Mitglied der Politik-Community dol2day ist. Dort nennt der kriminelle Undemokrat sich „Monsignore“ (Screenshot), und gibt sich dort als Hohmann-Hasser:

    Als Vorsitzender der JUngen Union Stadtverband Fulda lehne ich die widerwärtigen und nachweislich antisemitischen Äußerungen des Fuldaer MdB Hohmann (ehemals CDU) in aller Deutlichkeit AB. Als Parteimitglied verwehre ich genauso wie als JU-Pressesprecher Hohmann die zukünftige Zusammenarbeit.
    etc. etc.

    Man muß schon tief sinken, um wegen Martin Hohmann Straftaten zu begehen.

  • Haben flickr.com User einen gewissen Bildungsstand?

    Von denen auf flickr.com zu sehenden Bildern mit dem Tag „Stimmzettel“, auf denen die Wahl dokumentiert ist, sind bisher ausschließlich Stimmzettel mit SPD-SPD oder SPD-Grünen Kombination zu sehen. Siehe hier, hier, hier, hier und hier.

    Der liebe Gott hat mir mal gesagt: Es gibt keine Zufälle.
    Ich glaube daran.

  • Man hat mich wählen lassen

    Offen gesagt: ich mag Wahlsonntage. Sonst auch gerne im Kreis der Familie macht man sich meist geschlossen auf, einen kleinen Spaziergang zum Wahllokal zu unternehmen. So ist das gute, familiäre Tradition. Heute ohne Familie, denn ich wähle woanders. Es ist ein sonniger Sonntagnachmittag. Es ist leise, kaum Leute sind auf der Straße. Nur in Richtung Wahllokal sieht man vereinzelt Leute sowie Familien mit Kleinkindern laufen. Bereits von weitem kann ich die Landesfarben Rot-Weiß sowie die Bundesfarben Schwarz-Rot-Gold sehen.

    Tapfer und vom Restalkohol des Vortages leicht wankend stapfe ich an den letzten Wahlplakaten dieses Wahlkampfs vorbei. Erstaunlicherweise sind diese unversehrt, was für Gießen eine echte Ausnahme ist. Vorbei am Altbau einer Grundschule in den Hinterhof zum angebauten Neubau.

    Der Rest klingt simpel, erfordert aber größte Konzentration. Zettel abholen, in die Kabine gehen. Erstmal hinsetzen. Kreuzchen machen (angestrengt nachdenken nicht vergessen!), und dann den Dokumentationsapparat rausholen und betätigen.
    Anschließend schnell nach Hause, wieder durch die warme Spätsommersonne.

    Ich habe gewählt.
    Ich hatte wohl keine andere Wahl.

    In Gedanken sehe ich mich 20-25 Jahre älter.
    Meine Kinder fragen mich:
    „Papa, Papa, als Kanzlerin Merkel damals an die Macht gekommen ist, was hast du dagegen getan?“
    Ich gehe zum Computer, und suche mir aus der Datenbank von Googlehedron, einer Datenbank, die das WWW archiviert und spiegelt, folgendes Bild heraus:


    Zum Vergrößern anklicken

    Und meine Kinder werden sagen:
    „Danke Papa…“
    Ich lehne mich zurück, und genieße meine hohe, moralische Integrität, die ich meinen Kindern vorgelebt habe, als sie mich alten Mann nochmal aufschrecken.
    „… aber was ist die SPD?“