Rauchverbot: Kurze Widerlegung der diversen falschen Argumente

Folgende Widerlegung der „Argumente“ contra Rauchverbot habe ich bei heise.de gefunden:

– Verbote sind generell Scheiße

NatĂŒrlich sind sie das nicht. Ich finde es z.B. durchaus praktisch das es z.B. Verkehrsregeln gibt und es nicht erlaubt ist, Menschen z.B. mal so aus Jux anzuzĂŒnden.

Die Grenze ist da, wo Menschen anfangen andere Menschen zu schĂ€digen. Bei Rauchen ist das aber leider klar der Fall. Soll die Zigarettenindustrie halt die rauchfreie Zigarette erfinden (oder sonstwas, was Passivrauchen unterbindet). Und wĂŒrden Raucher nur brav in ihren eigenen vier WĂ€nden rauchen, ohne Nichtraucher zu verletzen, wĂŒrde auch niemand ein Verbot brauchen.

Leider klappte das nicht. Und so haben wir halt das Verbot. Gut so! Und selbst Schuld, ihr Raucher! Und ihr wenigen nachsichtigen Raucher könnt euch bei euren rĂŒcksichtslosen ‚Kollegen‘ bedanken. Denn davon gibt es viel zu viele und DIE waren es, die letztlich das Verbot durch ihre RĂŒcksichtslosigkeit verursacht haben.

– Autos erzeugen auch giftige Abgase

Stimmt. Und daher gibt es seit lÀngerem auch die Katalysatorpflicht. Haben die Autofahrer auch nicht freiwillig gemacht. Also kamen halt Verbote. Auch gut so.

Nebenbei: Nur weil X schlecht ist und Y schlecht ist, folgt nicht, das man, wenn man X verbietet auch Y verbieten muß. Sonst könnte ich z.B. auch folgern: Rauchen verletzt Menschen, Menschen mit dem Messer niederstechen auch. Da Rauchen nicht verboten ist, warum soll es dann also verboten sein, Menschen mit dem Messer niederzustechen? Also Freiheit fĂŒr Messerstecher! Klingt bescheuert? Ist es auch. Genauso wie die Argumentation „solange Autos nicht verboten sind, darf man auch Rauchen nicht verbieten“

Wer aber wirklich meint, das er durch KFZ körperlich geschĂ€digt wird und diese daher verbieten will: Von mir aus! Warum auch nicht, ist das gute Recht eines jeden, gegen MißstĂ€nde anzugehen. Und wenn er eine Mehrheit findet, dann kann er das halt durchsetzen.

– Was ist mit den ganzen Dicken. Das ist auch ungesund!

Wer Fett ist, schĂ€digt sich selbst. Schlimm genug, aber trotzdem nicht dasselbe wie andere mit giftigen Gasen vollzuqualmen. Allein zu rauchen ist nicht verboten, es ist nur verboten in Bereichen zu rauchen, wo andere geschĂ€digt wĂŒrden. Von mir aus kann sich jeder freiwillig von der Zigarettenmafia abhĂ€ngig machen, aber ich möchte selbst entscheiden können, ob mir jemand seinen stinkenden Qualm ins Gesicht blĂ€st oder nicht.

Und selbst wenn: Wie sollte man Übergewicht verbieten? Indem man essen verbietet? Oder bestimmte Nahrungsmittel? Das geht schlicht nicht. Selbst von gesunden Nahrungsmitteln kann man sich ja eine dicke Wampe anfressen, es kommt ja vor allem auf die Menge an. Wie soll man das bitte regulieren? Oder kommt dann die ‚Zwangsfettabsaugung‘ (die im ĂŒbrigen nicht mal was bringen wĂŒrde – aber das ist ein anderes Thema).

– Nichtraucher sind intolerant

Toleranz hört da auf, wo man verletzt wird. Raucher mögen das zwar anders sehen aber fĂŒr viele Nichtraucher ist es eine Qual, Zigarettenrauch einzuatmen. Ist halt so. Und es ist das gute Recht eines jeden, sich das zu verbitten. Da die Raucher sich bisher darum aber einen Dreck gekĂŒmmert haben, hat jetzt glĂŒcklicherweise der Gesetzgeber eingegriffen. Wie bei vielen anderen Dingen des tĂ€glichen Lebens ebenso.

Andere Leute anhaltend mit lauter Musik zuzudröhnen ist z.B. auch verboten. Oder beim schlendern durch die FußgĂ€ngerzone mal die eine oder andere Ohrfeige an zufĂ€llige Passanten zu verteilen. Letzteres bringt Menschen nicht mal um – aber verboten ist es (glĂŒcklicherweise) trotzdem. Finden die ganzen Raucher solch ein Verbot auch ĂŒberflĂŒssig? Was wĂŒrdet ihr sagen, wenn euch mal jemand so aus Jux eine runterhaut und wenn ihr dann sauer werdet, dann seit ihr plötzlich intolerante Spaßbremsen.

– Dann sollen die Nichtraucher halt woanders hingehen

Das funktioniert nur, solange es auch möglich ist. Ist es aber leider nicht. FrĂŒher war in JEDER Kneipe, Disko, Bar usw. die Luft verqualmt. Wenn man nicht auf sein Sozialleben verzichten wollte, hatte man als Nichtraucher schlicht keine Wahl als den Rauch zu ertragen. Und fĂŒr die Angestellten dieser LĂ€den galt das selbe, diese hatten die Wahl zwischen permanenten Passivrauchen oder einem de facto Berufsverbot. Gut, das dieses Unrecht endlich beseitigt wurde.

Ich kann mich auch nicht auf die Straße stellen und mir ein Schild umhĂ€ngen: „Wer mir nĂ€her kommt als 10m, den erschieße ich. Also bleibt weg!“. Ok, kann ich schon, aber wenn ich dann wirklich jemand erschieße, kriege ich trotzdem lebenslĂ€nglich, selbst wenn ich vor Gericht zigmal sage, das die Erschossenen ja selbst Schuld sind, sie hĂ€tten mir halt nicht nĂ€her als 10m kommen brauchen.

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Übrigens werde ich nie die Szene aus der Star Trek: Deep Space Nine Folge „Kleine, grĂŒne MĂ€nnchen“ vergessen:

Quark: „Was ist das fĂŒr ein ekelhafter Rauch?“
Nog: „Ich denke sie nennen es Tabak. Das ist eine tödliche Droge. Wenn man ihn regelmĂ€ĂŸig benutzt, zerstört er die inneren Organe.“
Quark: „Wenn er so tödlich ist, wieso benutzen sie ihn dann?“
Nog: „Es macht sie sĂŒchtig.“
Rom: „Wo kriegen sie ihn denn her?“
Nog: „Sie kaufen ihn in GeschĂ€ften.“
Quark: „Die kaufen ihn? Hier gefĂ€llt es mir. Also, wenn die Gift kaufen, kann man ihnen alles andrehen.“

😀