NetReaper

unsuitable for all audiences

Tag: 24. Januar 2011

  • Iran kappt TOR durch Deep Packet Inspection

    Offenbar ist es dem Iran gelungen, durch Deep Packet Inspection den TOR Netzwerkverkehr aufzuspüren und zu unterbinden. Das ist natürlich richtig furchtbar, vom nächsten Revolutionsversuch im Land wird man also noch weniger hören.

    Die Grafik des TOR Projekts zeigt sehr gut den Verlauf:

    Ein Kommentar hält wohl schon eine Lösung bereit:

    Here is the solution for Iranian usres:

    راه اندازی فیلترشکن TOR به کمک AOL 9.6

    (a Persian guide: How to access TOR from iran)

    I tested and it worked like charm 😉

    Mein persisch/arabisch hat in letzter Zeit nachgelassen, daher…

    Auf jeden Fall sei daran erinnert, dass die TOR Entwickler auch gerne Spenden entgegennehmen. Nur falls man der Meinung ist, dass das Geld nicht gerade eine Wikimedia Deutschland benötigt, die ihren eigenen Filz verwaltet, oder ein Wikileaks, das die Wau Holland Stiftung auf Haufen von Geld sitzen lässt, weil sie keine Belege bringen.

    Übrigens:
    Nein, es ist nicht nötig Paypal zu benutzen, um dem TOR Project Geld zukommen zu lassen, das geht auch über die Wau Holland Stiftung.

    Und eine Bitte:
    Kurz darüber nachdenken, was uns der Vorfall zeigt:
    1. Wie wichtig das TOR Projekt ist
    2. Wie fürchterlich DPI heute schon ist

  • Da denkt man Niederländer wären liberal…

    Grundsätzlich denke ich sehr gut über die Niederlande und halte sie für erfreulich liberal. Aber das war wohl mal, wenn überhaupt:

    In NL ist ein Lehrer gefeuert worden, weil er in einem Pornofilm mitspielte. Sehr schön finde ich ja die Formulierung:

    Als der Film im Erotik-TV Meiden van Holland flimmerte, bekam die Schulleitung davon Wind und beschloss die Kündigung.

    Pornofilme zu drehen ist also ein Kündigungsgrund, „davon Wind“ zu bekommen, aber nicht. Soso. Wo war eigentlich nochmal genau das Problem?

  • Ich teile den Hass gegen Kinderschänder nicht

    Eine Replik, die ich vor einer Weile im Heise Forum geschrieben hatte:

    Ich teile den Hass gegen Kinderschänder nicht

    > Wer sich an Kindern vergreift ist einfach ein Arschloch!!!
    > (löblich die Initiative an der Charite und andere)

    Ich teile den Hass gegen Kinderschänder nicht. Überhaupt habe ich
    keinen Hass auf Verbrecher, weil er zu nichts führt und keine
    adäquate Reaktion darstellt. Verbrecher gehören bestraft, das ist die
    richtige Konsequenz.

    Und wer lediglich pädophil ist und nicht strafbar wurde hat unseren
    Hass schon zweimal nicht verdient, sondern Hilfe und medizinischen
    Beistand. Etwas, das Geld kostet.

    > Ich möchte nicht, dass solche Inhalte im Internet möglich sind.
    > Löschen ist möglich!

    Es ist die Natur des freien Internets, dass zunächst einmal alle
    Inhalte möglich sind. Wer das nicht möchte, muss das freie Internet
    verbieten.

    > Zensur ist was anderes!

    Überraschenderweise nicht. Denn um konkret umzusetzen, dass „solche
    Inhalte im Internet nicht möglich“ sind müsste man nicht nur alle
    Inhalte des WWW kontrollieren, sondern auch überprüfen welche Inhalte
    zwischen Menschen ausgetauscht werden. Dafür müssten effektiv alle
    Rechner verwanzt werden.

    > Meine/unsere (ich schliesse hier all die Freaks ein, die erkannt
    > haben, was ein „Internet“ bedeuten könnte) Intentionen gingen in
    > andere Richtungen.

    Das Internet und die damit einhergehende Möglichkeit der recht freien
    Kommunikation ist eine wahr gewordene Utopie.
    Das muss man zunächst einmal verinnerlichen.
    Dass es sogar noch weitaus mehr ist/wurde als die „Freaks“ sich
    damals ausgemalt haben, ist bekannt. Aber dagegen gibt es auch nichts
    einzuwenden.

    > mehr gibt es nicht zu sagen

    Eines noch:
    Wollte ich illegale Bilder verbreiten würde ich wie folgt vorgehen:

    1. Ich würde mir über TOR-geschützt flickr-Account anlegen.
    2. Ich würde die illegalen Bilder steganographisch verschlüsselt in
    süßen Lolcat-Pics hinterlegen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Steganographie
    3. Ich erstelle eine öffentliche Bildergruppe, in der ich die lolcats
    hochlade. Natürlich alles wieder mit TOR geschützt. Meine Uploads mit
    den illegalen Bildern versehe ich mit einem speziellen „tag“, wie zum
    Beispiel „l0lca+s“ damit andere die Bilder wiederfinden.
    4. Ich nutze externe Foren um auf die Lolcats-Gruppe und den „Tag“ zu
    verweisen und die Bilder auszutauschen.
    5. Andere Nutzer die ebenfalls Lolcats-Bilder beitragen aber nichts
    von dem Hintergedanken der Gruppe ahnen machen die Sache noch
    unauffälliger.
    6. Die illegalen Dateien lägen bei mir zu Hause in einem übergroßen
    verschlüsselten Truecrypt Container. Einen äußeren Container mit
    08/15 Dateien (z.B. Pornovideos) halte ich bereit, falls Polizei oder
    Geheimdienst das Passwort herauspressen. Ein plausibel abstreitbarer
    innerer Container hat ein gesondertes Passwort, darin liegen die
    illegalen Daten.
    7. Für den Fall dass die Polizei vorbeikommt und Rechner/Platten
    einkassiert hätte ich vorher den Container bei einem Sharehoster á la
    Rapidshare hochgeladen. Natürlich nicht direkt, weil die IP-Adresse
    beim Upload gespeichert wird. Nein, ich hätte mir einen FTP-Server im
    Ausland besorgt wo keine Vorratsdatenspeicherung oder kein IP-Logging
    stattfindet, und anschließend per Remote-FTP Download Funktion von
    Rapidshare die Dateien auf die Festplatten des Sharehosters
    hochgeladen.

    So. Natürlich könnte man jetzt _noch_ einen und _noch_ einen und
    _noch_ einen draufsetzen. Aber dieser relativ kurze Gedankengang
    zeigt, was notwendig wäre um ein Internet zu schaffen in dem solche
    Inhalte nicht möglich wären. Totalste Verwanzung von Allem und
    zusätzlich eine Überwachung gegen die diejenige aus dem Roman „1984“
    kleinlich
    und kindisch aussieht. Und das ist es – gerade im Hinblick auf unsere
    Kinder, die Kinder in unserer Gesellschaft – nicht wert.


    P.S.:
    Falls jetzt Jemand denkt, dass oben eine Anleitung steht, wie man Kinderpornos im Internet versteckt:
    Nein.
    Man hat mich darauf hingewiesen dass diese ‚Anleitung‘, wenn sie schon keine logischen Brüche enthält, sie doch praktische Brüche enthält. Soll heißen: mein Gedankenspiel ist praktisch so nicht durchführbar.