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Tag: 10. August 2009

  • SPIEGEL vs. SPON – „doppeltes Spiel“

    In einer sehr treffenden Kurzanalyse zeigt ennomane das doppelte Spiel von „DER SPIEGEL“ und „SPIEGEL ONLINE“ auf. Es geht – wie so oft – um „das Netz“. Jeder Gruppe, den „Offlinern“ und den „Onlinern“ wird ihr entsprechender Artikel zurechtgezimmert und präsentiert.

    Der erste Artikel erschien ausschließlich im gedruckten Heft, aber nicht online. Der zweite Artikel erschien ausschließlich online, aber nicht im Heft. Auf dass die “Offliner” ein weiteres mal ihre Vorurteile in krassester Weise bestätigt sehen dürfen.

    Da verstärkt sich ein Trend, der schon öfters zu beobachten war, z.B. als die “Zeit” ein Streitgespräch zwischen Franziska Heine und Ursula von der Leyen online und offline in unterschiedlichen Fassungen veröffentlichte. Was die großen Verlage hier treiben, ist ein ekelhaftes Spiel. Anstatt für gegenseitiges Verständnis zu sorgen, anstatt zu informieren und damit die Grundlage für eine sachliche Debatte zu liefern, werden tiefe Gräben gerissen zwischen “Onlinern” und Netzabstinenzlern. Hauptsache krass! Hauptsache Auflage!

    Eine recht wichtige Sache sollte man dabei nicht unterschlagen: diejenigen, die beide Artikel mitbekommen sind jene angesprochenen „Onliner“, denn der Printartikel geisterte schon im Netz umher, als die Abonnenten ihr Exemplar noch nicht einmal im Briefkasten hatten. Die Konsequenzen aus diesem Wissensvorsprung werden sich erst noch zeigen. Ich halte es auf jeden Fall schon mal für einen Vorteil, wissen die Netzbürger auf diese Weise doch, welche Lügen es sind, die den Printanhängigen ins Gehirn gepflanzt werden. Somit werden sie ungefährlicher, da einfacher zu widerlegen.

  • „Das Internet IST ein rechtsfreier Chaosraum“

    Quelle dieses Textes siehe unten.

    Zumindest wird er immer rasanter dazu:

    – Kriminelle Anwaltskanzleien und ihre Auftraggeber aus der Wirtschaft betreiben massenhaft, gewerbsmäßig und weitgehend unbehelligt ihre Abmahngeschäfte und ruinieren skrupellos Privatleute und Kleinunternehmer.

    – Nationale und internationale Konzerne mißbrauchen und degenerieren das Marken- und Patentrecht, um Kritiker, Wettbewerber und Privatleute mundtot zu machen.

    – Gierige Lobbys strengen zu Lasten der Allgemeinheit Millionen-Prozesse gegen private Filesharer und Website-Betreiber an, untergraben die Rechtssysteme und fordern ungeniert staatlich garantierte Einnahmequellen und Pauschalabgaben.

    – Kriminelle und unfähige Händler und Ebay-„Powerseller“ betrügen masssenhaft arglose Kunden sowie Finanz- und Sozialämter.

    – Einschlägig bekannte Spammer betreiben seit etlichen Jahren ihr schmieriges Geschäft, shicen auf jegliches Markenrecht und zerstören nebenher erfolgreich das Kommunikationsmedium E-Mail.

    – Kriminelle Botnetz-Betreiber und Phisher unterwandern ungehindert im großen Stil Millionen von privaten und geschäftlichen Rechnern, betreiben Spionage, Erpressung und verbreiten massenhaft
    Schadsoftware.

    – Forenanbieter und Blogger werden kriminalisiert, für Äußerungen Dritter haftbar gemacht und von „etablierten“ Medien, die den Anschluß an die technologische Entwicklung verpaßt haben,
    niedergemacht und verklagt.

    – Staatliche Behörden und private Datenkraken überwachen, kontrollieren und spionieren die Netznutzer ungehemmt aus und hebeln jegliches grundgesetzlich garantierte Recht auf informationelle
    Selbstbestimmung aus.

    – Verklemmte Sexualphobiker und religiöse Fanatiker setzen alles daran, die sexuelle Freizügigkeit in unserer Gesellschaft zurückzurollen und die restriktive Zucht und „Moral“ vergangener Jahrhunderte wieder zu etablieren.

    – Engstirnige Bürokraten drangsalieren junge, moderne Menschen mit unsäglichen, unzähligen Formalien und Vorschriften, die jeden, der sich mit moderner Technologie beschäftigt, unkalkulierbaren rechtlichen und finanziellen Risiken unterwirft.

    Übrigens: 23,5% des Bundestages bestehen aus Juristen und Rechtsanwaltsgehilfen, über 20% aus Lehrern, Pädogogen, Sozialwissenschaftlern und Seelsorgern, über 10% aus Volks- und Betriebswirten. Bei einer solchen Zusammensetzung des Parlaments muß man sich nicht über die herrschenden Zustände wundern. Eine
    repräsentative Volksvertretung ist dieser korrumpierte Selbstbedienungsladen aus realitätsentfernten und wohlversorgten Berufspolitikern jedenfalls längst nicht mehr.

    http://www.bundestag.de/mdb/statistik/berufe.html

    Tim.

    Dieser Text entstammt dem Heise.de Newstickerforum, geschrieben vom Benutzer TimW, und ist freigegeben unter der CC-BY-SA 3.0 Lizenz.